Native - 5. Dezember 2015 - 14. Februar 2016
Die neue Ausstellung der Kulturstiftung Hermann Geiger, Native. Auf den Spuren der Völker der Great Plains, will Besucherinnen und Besucher mit Geschichte und Kultur der indigenen Bevölkerungen der nordamerikanischen Ebenen vertraut machen und legt dabei ein besonderes Augenmerk auf das Volk der Lakota Sioux.
Anhand wertvoller ethnographischer Exponate, die aus internationalen Museen und privaten Sammlungen stammen, rekonstruiert die Ausstellung das traditionelle Leben dieser Völker vor der Einrichtung der Indianerreservate und beschreibt die gesellschaftliche Organisation und den Aufbau der Stämme und Dörfer.
Aus Anlass der Ausstellung organisiert die Geiger-Stiftung auch eine Begegnungsreihe, die verschiedene Aspekte der Kultur und des Lebens der nordamerikanischen Indigenen beleuchten soll.

Die Ausstellung selbst erinnert mit der Geschichte von Crazy Horse und den großen Häuptlingen und Protagonisten des Kampfes gegen die weißen Männer an den dramatischen Geschichtsabschnitt vom Red-Cloud-Krieg bis zu dem Krieg um die Black Hills, vom Little Bighorn bis zum Wounded Knee.
Streitäxte, Pfeile und Bögen, Lanzen, Schilde und Messer, aber auch die ersten Feuerwaffen, die den Wilden Westen zur Legende gemacht haben, zeugen von den traditionellen Tätigkeiten der Nativen der Great Plains, sprich: von Jagd und Krieg. Besonders beeindruckt die Auswahl von prachtvollem, gigantischem Federschmuck aus Adlerfedern und weiteren rituellen Kopfbedeckungen. Auf dem Rundgang durch die Ausstellung sind außerdem handwerkliche Gegenstände aus der Welt der Frauen und traditionelle Gewänder der Lakota zu sehen, darunter Parfleche, Hemden, Mokassins sowie Taschen mit Perlenbesatz und mit Stacheln vom Stachelschwein. Ein besonderes Augenmerk liegt auch auf der Beziehung zu Pferden und zu Bisons, den heiligen Tieren, mit denen das Leben der Indigenen in der Prärie, im Guten wie im Bösen, unauflöslich verbunden war.

Im Zentrum steht die Spiritualität der Nativen, mit ihrer besonderen Auffassung von Welt, in der alle Dinge vom Großen Geist gerichtet werden und alle Lebewesen unauflöslich miteinander verbunden und voneinander abhängig sind. Von ihr leiten sich auch die Heiligkeit der Jagd und jeder anderen menschlichen Tätigkeit, die komplexe Ritualswelt sowie die Wertschätzung aller Lebensformen ab. Zur Ausstellung kommen einige seltene Gegenstände, die während der wichtigsten religiösen Zeremonien der Lakota, dem Sonnentanz und dem Reinigungsritus, benutzt werden, und im Besonderen eine Auswahl wunderschöner ritueller Pfeifen.

Die Nativen Nordamerikas sind ein perfektes Beispiel für die Anpassung an schwierige, wenn nicht gar extreme, Lebensbedingungen und besitzen eine Vision von der Beziehung zwischen Mensch und Umwelt, die von der abendländischen völlig verschieden ist. Die fortschreitende Unterwerfung unter das Gesetz der Weißen und das Einsperren in Reservate aber haben die Organisation der indigenen Gesellschaft und ihren traditionellen Lebensstil seit der Mitte des neunzehnten Jahrhunderts zutiefst erschüttert.
Die Ausstellung der Kulturstiftung Hermann Geiger will daran erinnern, wie unsinnig und brutal dieser Eingriff gewesen ist. Sie hat zum Ziel, aufzuzeigen, wie die vermeintliche Hilfspolitik amerikanischer Regierungen sowie Missionierungsbestrebungen das Leben dieser halbnomadischen Jägervölker verändert haben, und gelangt schließlich bei der Beschreibung heutiger Probleme und Perspektiven an.
Obwohl kaum vorstellbar, lässt sich doch feststellen, dass die Werte, die der Gesellschaft der Nativen zugrunde liegen, nicht zerstört worden sind, sondern bis heute fortleben und sich dem kapitalistischen System entziehen. Es sind dies positive Werte, die der Westen aufnehmen und sich zu eigen machen sollte.

Die ethnographischen Exponate stammen aus dem Nordamerika Native Museum (NONAM) in Zürich, einer prestigeträchtigen, auf die nordamerikanischen Kulturen spezialisierten, internationalen Einrichtung, sowie aus wichtigen Privatsammlungen wie denjenigen von Sergio Susani und Alessandro Martire. Alle Ausstellungsstücke sind eingebettet in didaktisch wertvolle szenische Nachbildungen, die sie in Zusammenhang setzen. Beim Rundgang durch die Ausstellung informieren Schautafeln mit Texten und Bildern die Besucherinnen und Besucher über das Leben, die Geschichte und die Traditionen der indigenen Völker und liefern alle für ein Verständnis der behandelten Themen wesentlichen Informationen. Abgerundet wird die Ausstellung schließlich durch eine Auswahl historischer Fotos aus den Archiven der Library of Congress.
Parallel zur Ausstellung, die von Alessandro Schiavetti kuratiert, von der Geiger-Stiftung veranstaltet und gefördert sowie vom Verein Soconas Incomindios unterstützt wird, findet eine Begegnungsreihe statt, in der verschiedene Aspekte der Kultur der nordamerikanischen Nativen thematisiert werden. Geplant sind unter anderem Treffen mit Naila Clerici, Dozentin für Geschichte der indigenen Völker Amerikas an der Universität Genua, Sergio Susani, Sammler und Experte im Bereich der Künste und Handwerkstechniken der Nativen der Great Plains, sowie Alessandro Martire, Präsident des Vereins Wambli Gleska, Ehrenmitglied der Nation der Lakota Sioux von Rosebud sowie deren einziger internationaler Rechtsvertreter in Italien und beim Hohen Kommissariat der Vereinten Nationen für Menschenrechte in Genf.

Native. Auf den Spuren der Völker der Great Plains
Vom 5. Dezember 2015 bis zum 14. Februar 2016
Ausstellungsräume der Kulturstiftung Hermann Geiger
Piazza Guerrazzi 32, Cecina (Livorno)
Öffnungszeiten: täglich von 16 bis 20 Uhr
Eintritt frei
Für Informationen Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! / +39 0586 635011

 

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