Sayaka Ganz

Die Ausstellung Sayaka Ganz. Tänze der Natur wird von der Kulturstiftung Hermann Geiger in Cecina (Livorno) organisiert und von Alessandro Schiavetti, dem künstlerischen Leiter der Stiftung, kuratiert. Die Künstlerin Sayaka Ganz, im japanischen Yokohama geboren und seit geraumer Zeit in den Vereinigten Staaten lebend, genießt weltweites Ansehen. Es ist ihre erste Einzelausstellung in Italien.

Sayaka sammelt und sortiert ein Universum von Plastikgegenständen, gibt ihnen eine neue, eminent ästhetische Funktion und lässt sie als Bestandteil wundersamer figürlicher Werke wiedererstehen. Ihre Kunst „schafft sich selbst“ aus Gebrauchsgegenständen, anonymen und banalen Fundstücken unserer Zeit, die jemand entsorgt hat.

Ihr Schaffensprozess ist durch die japanische Kultur wie auch durch eigene Lebenserfahrungen geprägt. Nach altem shintoistischem Glauben besitzen auch Gegenstände eine Seele und japanischen Kindern wird beigebracht, dass Gegenstände, die sie vor der Zeit entsorgen, nachts im Mülleimer anfangen zu weinen. Sayaka verbrachte ihre Kindheit in Japan, mit neun Jahren zog sie mit den Eltern nach Brasilien und kehrte vier Jahre später in die Heimat zurück. Nach einer Zeit in Hong Kong ging sie dann für ihr Kunststudium an die Indiana University in die USA, wo sie bis heute lebt. Die ständigen Umzüge haben die Künstlerin dazu bewogen, in ihrer eigenen unmittelbaren Umgebung nach Zugehörigkeit und Harmonie zu suchen. Aussortiertes zu neuem Leben zu erwecken, es in organische Formen zu verwandeln, die sich zu bewegen scheinen – dieses Vorgehen gibt Sayaka das Gefühl von Frieden und Gelassenheit. Es offenbart ihr, wie jedes scheinbar unnütze Einzelteil, das die Verbindung zu seiner Umgebung verloren hat, wieder zum Gleichgewicht zurück und seinen eigenen Platz finden kann. Jeder Gegenstand übersteigt dabei seine ursprüngliche Funktion und wird zum Kondensationspunkt für eine Tierfigur, die zu leben scheint.

Inspiration für ihre Skulpturen findet die Künstlerin in den Formen der Gegenstände selbst und in der Natur. Ergebnis ihrer Arbeit ist die Vereinigung des künstlichen Universums der Produkte mit dem der Natur.
Am Anfang des Schaffensprozesses steht bei Sayaka die Beschäftigung mit der Gestalt des Tieres, das sie realisieren möchte. Anschließend schafft sie ein Gerüst aus verschweißtem Draht, das sie dann mit den vorgefundenen Plastik-Teilen behängt. Die Einzelteile fügen sich schließlich zu einem Tier, das sich zu bewegen scheint. Sayakas Farbskalen sind atemberaubend, die fasrigen Formen ihrer Tiergestalten wirken real.

Seitdem Marcel Duchamp vor genau hundert Jahren sein berühmtes „Fahrrad-Rad“ präsentierte, ist der Gegenstand „als solcher“, das außerkünstlerische Objekt, mit Macht in die Kunstwelt vorgedrungen. Seit damals „schafft Kunst sich aus allem“, um einen berühmten Ausspruch Angela Vetteses zu bemühen. Unzählig sind seither die eingesetzten Materialien und die Art und Weise ihrer Verwendung. Die Produkte der industriellen Konsumgesellschaft gehen zu Bruch und veralten rapide, sie sind zu kurzem Leben verurteilt.

Die Kunst von Sayaka Ganz ist Akkumulation, Kunst des Recycling und exquisit figürliche Bildhauerei zur gleichen Zeit. Für sie stellen Gegenstände eine noch nicht abgeschlossene wesentliche Erfahrung dar und sind gleichzeitig diskrete Elemente, deren Kombination stimmungsvolle und naturalistische Formen hervorbringt.
Die Ausstellung umfasst sechs große Gruppen von Tierskulpturen und ein Ensemble von „Luminariales“, bunten Installationen aus recyceltem Plastik, die Sayaka zusammen mit Jim Merz in Bewegung setzt und in Licht taucht. Sayaka arbeitet seit drei Jahren mit dem aus Portland stammenden Vertreter der kinetischen Kunst zusammen.

Sayaka Ganz. Tänze der Natur
Vom 30. März bis 26. Mai 2013
Öffnungszeiten: jeden Tag von 16:00 bis 20:00 Uhr - Eintritt frei
Hermann Geiger Kulturstiftung, Ausstellungsraum
Piazza Guerrazzi, 32 - 57023 Cecina (LI)
Für Informationen: www.fondazionegeiger.org - tel. 0586 635011

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