Noi Inuit

Die Kultur des Volkes der Inuit – einst auch als Eskimos bekannt – ist anthropologisch gesehen einzigartig. Die Inuit besaßen, und besitzen in Teilen bis heute, uralte Bräuche und Gepflogenheiten, die das Ergebnis eines ebenso hartnäckigen wie erfolgreichen Anpassungsprozesses an die extremen Lebensbedingungen der Arktis sind. Die Ausstellung Wir Inuit. Völker aus der arktischen Kälte, organisiert von der Geiger-Stiftung und kuratiert von deren künstlerischem Leiter Alessandro Schiavetti, gibt Einblick in das traditionelle Alltagsleben der Inuit. Ein besonderer Fokus liegt auf den Tätigkeiten zur Lebenserhaltung, wie der Jagd und dem Fischfang. Auch Transportmethoden und Formen des Zeitvertreibs, wie Spiele und Tänze, werden in den Blick genommen. Schließlich thematisiert die Ausstellung auch Glaubensvorstellungen, die eng mit Mythen und Legenden verbunden sind. Zu sehen sind ethnographische Funde von großer historischer und künstlerischer Bedeutung: Kleider, Werkzeuge, Jagdwaffen, Transportmittel, Spielzeuge, Haushalts- und Kultgegenstände, Statuen aus diversen Materialien sowie andere Kunstobjekte. Alle Fundstücke sind Frucht verschiedener Expeditionen und ethnographischer Missionen, die zwischen dem Ende des 19. und den Siebzigerjahren des vergangenen Jahrhunderts in KanadaGrönland und Alaska unternommen wurden.

Selbst dort, wo die Lebensstile zunehmend westlich geprägt sind, haben viele der Inuit-Gemeinden ihre Bräuche bis heute bewahrt. Sie glauben fest an die Werte ihrer ursprünglichen Kultur. Dazu zählen die Suche nach einem harmonischen Gleichgewicht, das es der Gemeinschaft ermöglicht, in Frieden und Seelenruhe zu leben, sowie die Art, Konflikte anzugehen und zu lösen – eine ganz andere, als das Abendland sie kennt. Der starke Zusammenhalt zwischen den Mitgliedern der Gemeinschaft sowie ihr Sinn fürs Teilen sind weitere wichtige Werte und für das Überleben in der feindlichen arktischen Umwelt unerlässlich. Sie helfen, den Ausbruch offener Rivalitäten zwischen Gruppen zu verhindern. Auch der hohe Stellenwert der Familie, der Respekt der Jungen vor den Alten und die Wertschätzung des Individuums sind Bestandteile dieser faszinierenden Kultur, die die Entscheidungsfreiheit eines jeden achtet und den Einzelnen in seiner Haltung bestärkt, sofern Harmonie und Stabilität der Gemeinschaft darunter nicht leiden.

Die ethnographischen Ausstellungsstücke stammen aus italienischen und ausländischen Museen, wie dem Museum der Kulturen Basel, dem Istituto Geografico Polare „S. Zavatti“ in Fermo (Region Marken), dem Museo degli sguardi – Raccolte etnografiche di Rimini, der Guido-Monzino-Sammlung (im Besitz der italienischen Kultur- und Umweltschutzorganisation FAI und beheimatet in der Villa del Balbianello am Comer See), ItaliAmmassalik (Verein für Kultur und internationale Zusammenarbeit, Genua), sowie aus diversen Privatsammlungen.
Eingebettet sind die Gegenstände in fesselnde szenische Nachbildungen der Arktis, die sie im Zusammenhang des Lebens und der Geschichte der Inuit-Bevölkerung erscheinen lassen. Zusätzlich werden seltene historische Fotografien aus den Archiven von National Geographic und dem dänischen Arktisk Institut sowie ethnographisches Filmmaterial aus dem Bestand des National Film Board of Canada gezeigt.
Um den Zusammenhang darzustellen, in dem sich das Leben der Arktisbewohner abspielt, ergänzt die Ausstellung ein Überblick über die Umweltprobleme des Nordpols und deren negative Auswirkungen auf den Lebensraum der Inuit. Schirmherren der Ausstellung sind das italienische Außenministerium, die Region Toskana, die Königlich Dänische Botschaft, die Territorialregierung von Nunavut sowie der Inuit Circumpolar Council. Die Ausstellung läuft von Samstag, den 6. Dezember 2014 bis Sonntag, den 25. Januar 2015, der Eintritt ist frei. Die Ausstellungsräume der Geiger-Stiftung befinden sich auf der Piazza Guerrazzi 32 in Cecina (Livorno).

Wir Inuit. Völker aus der arktischen Kälte
Vom 6. Dezember 2014 bis zum 25. Januar 2015
Ausstellungsräume der Kulturstiftung Hermann Geiger
Piazza Guerrazzi 32, Cecina (Livorno)
Öffnungszeiten: täglich 16 bis 20 Uhr. Eintritt frei.
Informationen unter: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! / +39 0586 635011

 
 

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