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Handpuppen & Marionetten. Die Wunderbare Welt des Figurentheaters

Vom 3. Dezember 2011 bis zum 29. Januar 2012
Eröffnung: Samstag, 3. Dezember um 17 Uhr

Ausstellungshalle der Kulturstiftung Hermann Geiger, Corso Matteotti 47, Cecina (Livorno)
Öffnungszeiten: Dienstag bis Sonntag, 16-20 Uhr. Montag geschlossen. Eintritt frei

Mostra sul teatro di figura: Marionette e Burattini a Cecina

Die vom künstlerischen Leiter der Geiger-Stiftung, Alessandro Schiavetti, kuratierte Ausstellung befasst sich mit der Übertragung menschlicher Figürlichkeit in den Schauraum der Bühne und mit den vielfältigen Spielarten, die daran zu verschiedenen Zeiten und in den verschiedenen Erdteilen erprobt worden sind. Sie macht ersichtlich, wie von unserer abendländischen Tradition bis hin zum Fernen Osten und nach Afrika jede Kultur das Bedürfnis verspürt hat, menschliches Treiben und fantastische Begebenheiten mithilfe von „Figuren" darzustellen. Während ihre Wurzeln wahrscheinlich im Religiösen gründen, vermischt sich die Geschichte der Darstellung bewegter menschenähnlicher Figuren mit der des Theaters. Die Ausstellung wird von der Kulturstiftung Geiger organisiert und steht unter der Schirmherrschaft der italienischen Sektion der Internationalen Marionettenunion UNIMA, des Istituto per i beni marionettistici e il teatro popolare aus Grugliasco (Turin) und des Museo dell'Opera dei Pupi Siciliani delle Madonie (MOPS) aus Palermo. Mitwirkende sind zudem Stefano Cavallini und Patrizia Ascione von Habanera Teatro, die auch drei ihrer Produktionen für das Theater De Filippo in Cecina zur Aufführung bringen werden. Die Ausstellung zeichnet die vielschichtige und faszinierende Welt des Figurentheaters nach und eröffnet einen umfassenden Blick auf die Glanzlichter dieser Kunstform. So überwindet sie auch die Voreingenommenheit und Einseitigkeit, mit der diese Themen bislang dem Publikum präsentiert wurden.

Erstmals vereint eine Ausstellung in der Toskana traditionelle italienische Handpuppen und Marionetten aus dem Besitz der großen Puppenspielerfamilien, die die Geschichte des Figurentheaters in Italien entscheidend geprägt haben. Darunter die Meisterwerke der Turiner Familie Lupi und die Sammlung der Maria Signorelli aus Rom (die auch Exemplare von Vittorio Podrecca beinhaltet), die Pupi der Familie Perna aus Frattamaggiore (Neapel) und von Angelo Sicilia aus Palermo, sowie die Guarattelle von Bruno Leone aus Neapel. Schließlich fehlen auch die experimentellen und modernen Formen eines Cesare Felici, eines Carlo Staccioli (Pupi di Stac) oder eines Otello Sarzi nicht.

Angefangen von den traditionsreichen Figuren der Commedia dell'Arte, über die Puppen des Straßentheaters, bis hin zu den Protagonisten aus jüngeren fantastischen Erzählungen wie Der Zauberer von Oz, Pinocchio und anderen Märchen, in denen ein speziell auf sie zugeschnittenes Bühnenbild die verschiedenen Figuren vortrefflich in Szene setzt, sind alle Stilrichtungen vertreten.

Im zweiten Teil der Ausstellung ist ein Überblick über die typischen Gestalten des Figurentheaters im Rest Europas zu sehen: Hier gesellen sich Mr. Punch aus England und der russische Petruschka zum Karagöz aus der Türkei und vielen anderen mehr oder weniger bekannten Charakteren, die als Puppe oder Marionette in Erscheinung treten.

Im dritten Teil der Ausstellung begibt sich der Besucher schließlich auf Spurensuche in exotischen Ländern: Brasilianische Mamulengos, Handpuppen und Marionetten aus Mexiko und Argentinien sind hier ebenso zu sehen wie Figuren aus Ägypten und schwarzafrikanische Bambara-Puppen und Gledé-Masken. Der Ferne Osten ist mit indischen Marionetten und chinesischen, japanischen und indonesischen Masken vertreten, und natürlich mit Wayang Golek und Wayang Kulit, den berühmten Schattenspielen aus Java und Bali.

Auch diese Exponate stammen von verschiedenen italienischen Einrichtungen wie dem Istituto per i beni marionettistici e il teatro popolare aus Grugliasco, von bedeutenden Puppenspielerensembles wie der Compagnia degli Sbuffi aus Castellammare di Stabia und von zahlreichen privaten Gönnern.